Kommunen in der Altmark sind auf gutem Weg

In Goldbeck trafen sich Vertreter altmärkischer Kommunen mit Experten, um über die Zukunft ungenutzter Liegenschaften zu beraten.

Wer im Luxus lebt, der hat eigentlich keine Sorgen mehr. Die meisten altmärkischen Kommunen leben im Luxus – im „LUXUS DER LEERE“. Glücklich sind sie damit nicht.

In Goldbeck trafen sich Vertreter altmärkischer Kommunen mit Experten, um über die Zukunft ungenutzter Liegenschaften zu beraten.
Wer im Luxus lebt, der hat eigentlich keine Sorgen mehr. Die meisten altmärkischen Kommunen leben im Luxus – im „LUXUS DER LEERE“. Glücklich sind sie damit nicht.

„LUXUS DER LEERE“ steht als Synonym für eine steigende Zahl leerstehender Gebäude und brachgefallener Objekte, deren geringstes Problem darin besteht, dass sie in der Regel nicht gut aussehen. Sie werden scheinbar nicht mehr benötigt oder sie sind einfach auf den ersten Blick nicht interessant. Bedarf, Ansprüche und Geschmack ändern sich eben.

Dieses Problem gibt es nicht nur in der Altmark. Viele ländliche Regionen in Deutschland sind betroffen. In der Altmark gibt es eine Reihe von Kommunen, die nicht tatenlos zuschauen wollen. Arneburg-Goldbeck, Bismark, Osterburg, Seehausen, Tangerhütte und Kalbe (Milde) haben sich zusammengeschlossen und aus dem Luxus der Leere eine Marke gemacht, unter der sie aktiv gegen diese Entwicklung angehen. Weitere Kommunen der Region stehen bereits in den Startlöchern und wollen sich anschließen.

Die Palette der Aktivitäten ist breit. Einschlägige Objekte wurden erfasst und Strategien zu deren Revitalisierung entwickelt. Auf einer eigenen Internetpräsenz und über Facebook wird über aktuelle Entwicklungen informiert. Messen und andere Veranstaltungen werden genutzt, um das Vorhaben selbst aber auch konkret einzelne Objekte vorzustellen. Das Land Sachsen-Anhalt und auch der Bund unterstützten dieses Projekt finanziell.

Am Dienstag, den 17. April wurde im Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck Bilanz gezogen und über weitere Schritte diskutiert. Anlass war das bevorstehende Ende eines laufenden Projekts, welches über das Bundesmodellvorhaben „Land(auf)Schwung“ gefördert wird. Welche Bedeutung sowohl Land als auch Bund den Aktivitäten in der Altmark und speziell in den sechs projektbeteiligten Kommunen beimessen, war schon daran zu erkennen, dass hochrangige Vertreter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), der Ministerien für Landesentwicklung und Verkehr (MLV) sowie für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE) des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Leiter des ALFF Altmark an der Veranstaltung teilnahmen.

Der Einführung durch Verbandsgemeindebürgermeister Schernikau und dem Grußwort des BMEL durch Herrn Dr. Neubauer folgten Vorträge zu den Ergebnissen des Projekts, aktuellen Entwicklungen und möglichen Handlungsoptionen durch die Brachflächen- und Leerstandsmanagerin, Frau Mintzlaff und dem BIC-Geschäftsführer, Herrn Barniske. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden durch die Vertreter der Ministerien, des ALFF und des Landkreises Stendal Lösungsansätze und Ideen vorgestellt, wie künftig mit leerstehenden Wohngebäuden, Althöfen oder ungenutzten Gewerbeimmobilien umgegangen werden kann. Deutlich zu erkennen war, dass das Engagement der beteiligten Kommunen auf große Zustimmung und Interesse stößt. Auch künftig wird es Unterstützung geben. Die Wortmeldungen und Diskussionsbeiträge aus dem Publikum lassen erwarten, dass die interkommunale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet fortgesetzt wird und sich weitere Gemeinden anschließen. Alle Teilnehmer dieses Fachgesprächs waren sich einig: Man ist auf dem richtigen Weg. Brache und Leerstand wird es immer geben. Es kommt darauf an, richtig damit umzugehen.